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Oberflächengewässer und Gewässerunterhaltung Drucken

Der Höhenzug des Thüringer Waldes bildet eine Wasserscheide der Fluss-Einzugsgebiete von Weser und Elbe. Aufgrund der Lage von Suhl am Südwesthang des Gebirges entwässern sämtliche Oberflächengewässer des Stadtgebietes über die Lauter und Hasel, bzw. die Gewässer der Gemarkung Vesser über die Schleuse, in Richtung Werra und anschließend in die Weser. Damit gehört Suhl zur Flussgebietsgemeinschaft Weser. Informationen zur Flussgebietsgemeinschaft Weser sind unter http://www.fgg-weser.de/ verfügbar.

Die Länge des Gewässernetzes von Suhl ohne Nebenläufe beträgt ca. 98 km, wobei die Gewässer 1. Ordnung insgesamt ca. 15 km und die Gewässer 2. Ordnung ohne Nebenläufe 83 km aufweisen. Als Gewässer 2. Ordnung mit einem großem Einzugsgebiet wären unter anderem das Albrechtser Wasser, der Lautenbach, der Rimbach, der Dreisbach, die Vesser und die Steina mit ihren Zuflüssen Mühlwasser, Königswasser und Steinsfelder Wasser zu nennen.

Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie muss bei Oberflächengewässern der gute che-mische und ökologische Zustand erreicht werden. Darüber hinaus gilt ein Verschlechte-rungsgebot, d. h. dass an Gewässern, bei denen der gute chemische und/oder gute öko-logische Zustand nicht erreicht werden kann, zumindest keine Verschlechterung eintreten darf.

Die kommunale Unterhaltungspflicht der Gewässer 2. Ordnung ist gesetzlich festgeschrieben. Es werden an ausgewählten Gewässern im Stadtgebiet von Suhl jährlich Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. In den vergangenen Jahren ist dies regelmäßig am Steinbach in Suhl-Neundorf, am Brunnenfluss in Dietzhausen, am Lautenbach, am Albrechtser Wasser, an der Goldenen Lauter und am Bach im Zimmergrund erfolgt. Am Albrechtser Wasser wurde durch den Eigenbetrieb Kommunalwirtschaftliche Dienstleistungen Suhl (EB KDS) ein Absturz einer ehemaligen Wasserentnahme zurückgebaut. Hier kam es bei Starkregen und Schneeschmelze zur Überschwemmung des Radweges zwischen Suhl-Mäbendorf und Albrechts.

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Rückbau eines Absturzes am Albrechtser Wassers durch Mitarbeiter des EB KDS (Foto UWB
A. Seeliger)

Zudem wurden Durchlässe und Übergänge an Wegen neu gestaltet. Aufgrund der Gefahren durch Hochwasserereignisse und deren Folgen (Überschwemmungen, Uferabbrüche, Sedimenteintrag) sind als vorbeugende Maßnahme einige Uferabschnitte befestigt wurden.
Als Problemfelder sind in letzter Zeit immer wieder Ablagerungen abschwemmbarer Materialien (Baum- und Grünschnitt, Erdstoff, sonstiger Unrat) in den festgestellten Überschwemmungsgebieten, sowie in den Uferbereichen der Gewässer zu nennen. Der Gewässerrandstreifen ist im Außenbereich 5 m breit. Der Gewässerrandstreifen bemisst sich ab der Linie des Mittelwasserstandes, bei Gewässern mit ausgeprägter Böschungsoberkante ab der Böschungsoberkante. Die zuständige Behörde kann für Gewässer oder Gewässerabschnitte innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile Gewässerrandstreifen mit einer angemessenen Breite festlegen. Im Rahmen der Gewässeraufsicht werden die Verursacher dieser Ablagerungen ermittelt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, die bis hin zu einem Bußgeldverfahren führen können.

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links:
Müll in der Hasel

rechts: Ablagerungen im Mühlwasser
(Fotos UWB
A. Seeliger)


Verbesserung der Gewässerstruktur und Durchgängigkeit

neubau_lauter_klDie Fließgewässer in der Flussgebietseinheit Weser sind flächendeckend durch eine Vielzahl von morphologischen Veränderungen geprägt, wie z. B. Querbauwerke, Verrohrungen sowie Laufverkürzung, Einengung und Befestigung des Gewässerbettes. Folge dieser Veränderungen ist u. a. die Beeinträchtigung der ökologischen Durchgängigkeit in Längsrichtung sowie zwischen Fluss und Aue. Diese Beeinträchtigung der Lebensräume führt zur Verarmung der aquatischen Flora und Fauna. Der strukturelle Zustand vieler Gewässer ist insofern einer der zentralen Gründe, die der von der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verlangten Erreichung des guten ökologischen Zustands entgegenstehen. Für die erheblich veränderten Wasserkörper werden zur Erreichung des guten ökologischen Potentials hydromorphologische Maßnahmen, wie z. B. die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit angestrebt, die ohne eine unverhältnismäßige Einschränkung zulässiger Nutzungen umgesetzt werden können. An den Gewässern Hasel und Lauter (Gewässer 1. Ordnung) sind entsprechende Maßnahmen zum Rückbau von Querbauwerken und Sohlschwellen seit 2017 im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in der Planung und Ausführung.


Rückbau eines Absturzes durch Herstellen einer Sohlgleite mit Becken bzw. Riegelstruktur an der Lauter/Durchlass Schmückestraße 2017 (Foto UWB A. Seeliger)

 
Reduzierung der anthropogenen Nähr- und Schadstoffeinträge

Die Belastung der Oberflächengewässer mit Nährstoffen aus Punktquellen ist mit der technischen Verbesserung der Kläranlagen in den letzten Jahrzehnten bereits zurückgegangen. Ziel der Fortschreibung der Abwasserbeseitigungskonzeption (ABK) des Zweckverbandes Wasser und Abwasser „Mittlerer Rennsteig“ ist das Erreichen eines Anschlussgrades an eine zentrale oder dezentrale Kläranlage von 88,4 % bis zum Jahr 2021.
Schadstoffe können in Oberflächengewässern bereits in Spurenkonzentrationen toxische Wirkungen auf Tiere und Pflanzen haben und mittelbar über verschiedene Nutzungspfade wie Trinkwassergewinnung, Fischverzehr und landwirtschaftliche Nutzung die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Der Eintrag der "prioritären Stoffe" in die Gewässer, dazu gehören z. B. bestimmte Pflanzenschutzmittelwirkstoffe, Schwermetalle oder Industriechemikalien, muss bei Überschreitung der Umweltqualitätsnormen entsprechend reduziert werden. Dies trifft ebenfalls auf viele nicht geregelte Mikroschadstoffe, wie z.B. Arzneimittel, zu.

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Einleitung einer weißen Flüssigkeit am 01.06.2015 in die Hasel
(Foto UWB A. Seeliger)



 
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