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3. Thüringer Verordnung Drucken
Thüringer Verordnung zur Verlängerung und Änderung der erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2
vom 18. April 2020
 

Aufgrund des § 32 Satz 1 in Verbindung mit den §§ 28, 29, 30 Abs. 1 Satz 2 und § 31 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBI. I S. 1045), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 27. März 2020 (BGBI. I S. 587), in Verbindung mit § 7 der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten und zur Übertragung von Ermächtigungen nach dem Infektionsschutzgesetz vom 2. März 2016 (GVBI. S. 155) verordnet das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie:

Artikel 1
Dritte Thüringer Verordnung
über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung
der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2
(Dritte Thüringer SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung
-3. ThürSARS-CoV-2-EindmaßnV0-)


§ 1
Grundsätzliche Pflichten
Jede Person ist angehalten, die physisch sozialen Kontakte zu anderen Menschen außer zu
den Angehörigen des eigenen Haushalts auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Zu
anderen als den in Satz 1 genannten Personen ist ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m
einzuhalten.


§ 2
Aufenthalt im öffentlichen Raum
(1) Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur allein, im Kreise der Angehörigen des eigenen
Haushalts und zusätzlich höchstens mit einer weiteren haushaltsfremden Person gestattet.
(2) Absatz 1 gilt nicht
1. für Aufenthalte im öffentlichen Raum zum Zweck der Berichterstattung durch Vertreter von
Presse, Rundfunk, Film oder anderen Medien,
2. für die Ausübung beruflicher Tätigkeiten, die im Freien erbracht werden müssen, einschließlich
der jahreszeitlich bedingt erforderlichen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher,
gartenbaulicher und forstwirtschaftlicher Flächen, sowie
3. für die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und von Kraftfahrzeugen.
§ 1 gilt mit der Maßgabe, dass der Mindestabstand in diesen Fällen eingehalten werden soli,
sofern dies im Rahmen der ordnungsgemäßen Nutzung oder Betätigung möglich und zumutbar ist.

§ 3
Veranstaltungen, Versammlungen, Demonstrationen, Ansammlungen und sonstige
Zusammenkünfte
(1) Veranstaltungen, Versammlungen, Demonstrationen, Ansammlungen und sonstige
Zusammenkünfte mit mehr als zwei Personen sind verboten mit der Ausnahme, dass es sich
um Angehörige des eigenen Haushalts handelt und zusätzlich höchstens eine haushaltsfremde
Person hinzukommt. Dies gilt auch für Zusammenkünfte in Kirchengebäuden, Moscheen
und Synagogen sowie in Kulträumen anderer Religionsgesellschaften und Weltanschauungsgemeinschaften.
(2) Ausgenommen vom Verbot nach Absatz 1 sind Veranstaltungen und sonstige Zusammenkünfte,
die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür-
und -vorsorge bestimmt sind oder der Versorgung der Bevölkerung, der öffentlichrechtlichen
Leistungserbringung, der Gesundheitsfürsorge der Bevölkerung, der Aufrechterhaltung
des Betriebs von Wirtschaftsunternehmen oder zur Erfüllung von Aufgaben der Miterbeitervertretungen
dienen.
(3) Ausgenommen vom Verbot nach Absatz 1 sind ferner Veranstaltungen, Ansammlungen
und sonstige Zusammenkünfte der Landesregierung und Ministerien, der Gerichte sowie der Behörden von Bund und Ländern sowie anderer Ste lien und Einrichtungen, die öffentlichrechtliche Aufgaben wahrnehmen. Ausgenommen vom Verbot nach Absatz 1 sind auch Sitzungen
der Gemeinden und Landkreise sowie deren Verbände, Sitzungen der kommunalen
Wahlausschüsse sowie Aufstellungsversammlungen nach dem Thüringer Kommunalrecht.
Für die Bereiche nach den Sätzen 1 und 2 gilt § 1 mit der Maßgabe, dass der Mindestabstand eingehalten werden soil, sofern dies im Rahmen der ordnungsgemäßen Betätigung möglich und zumutbar ist. Unberührt bleibt die richterliche Unabhängigkeit nach Artikel 97 des Grundgesetzes
und Artikel 86 Abs. 2 der Verfassung des Freistaats Thüringen einschließlich der
verfahrensleitenden und sitzungspolizeilichen Befugnisse der Richter, insbesondere soweit
Richter die Art und Weise des lnfektionsschutzes bei richterlichen Amtshandlungen innerhalb
und außerhalb der Gerichte im Einzelnen ausgestalten.
(3a)Abweichend vom Verbot nach Absatz 1 sind ab dem 3. Mai 2020 Versammlungen in geschlossenen
Räumen mit bis zu 30 Versammlungsteilnehmern in besonders gelagerten Einzelfällen
auf Antrag zulässig, sofern dies im Einzelfall unter Berücksichtigung der aktuellen
Seuchendynamik infektionsschutzrechtlich vertretbar ist und die Beachtung und Einhaltung
der Hygienevorschriften nach Absatz 5 und § 4 Satz 1 bis 3 gewährleistet sind. Ergänzende
Auflagen bleiben vorbehalten.
(3b)Abweichend vom Verbot nach Absatz 1 sind ab dem 3. Mai 2020 Versammlungen unter
freiem Himmel mit bis zu 50 Versammlungsteilnehmern zulässig, soweit die Einhaltung der
Personenobergrenze und die Beachtung und Einhaltung der Hygienevorschriften nach Absatz
5 und § 4 Satz 1 bis 3 gewährleistet sind. Ergänzende Auflagen bleiben vorbehalten.
(3c) Die Absätze 3a und 3b gelten ab dem 3. Mai 2020 auch für Gottesdienste und sonstige
religiöse Zusammenkünfte im Sinne des Absatzes 1 Satz 2 entsprechend.
(4) Abweichend vom Verbot nach Absatz 1 sind Zusammenkünfte in Form von Trauerfeiern
und Eheschließungen zulässig. Trauerfeiern müssen unter freiem Himmel stattfinden; teilnehmen
dart nur der engste Familien- und Freundeskreis, ein Trauerredner oder Geistlicher und
das erforderliche Personal des Bestattungsunternehmens. An Eheschließungen dürfen neben
den Eheschließenden und dem Standesbeamten lediglich die Trauzeugen sowie die Eltern
und Kinder der Eheschließenden teilnehmen.

 (5) Soweit eine Ausnahme nach den Absätzen 2 bis 4 zulässig ist, hat der Veranstalter, Organisator
oder der zuständige Amtsträger neben den allgemeinen Hygienevorschriften nach
§ 4 Satz 1 bis 3 Folgendes sicherzustellen:
1. Ausschluss von Teilnehmern mit Symptomen einer COVID-19-Erkrankung,
2. Ausschluss von Teilnehmern mit jeglichen Erkältungssymptomen,
3. Ausstattung des Veranstaltungsorts mit ausreichenden Möglichkeiten zur guten Belüftung,
4. aktive und geeignete Information der Teilnehmer über allgemeine Schutzmaßnahmen,
insbesondere Händehygiene, Abstand halten sowie Husten- und Niesetikette, durch den
Veranstalter und Hinwirken auf deren Einhaltung.
Die Sicherstellung der allgemeinen Hygienevorschriften nach Satz 1 wird durch ein Schutzkonzept
konkretisiert und dokumentiert.


§ 4
Einhaltung von Hygienevorschriften
In alien Betrieben, Einrichtungen und bei Angeboten im Sinne dieser Verordnung sind Hygienevorschriften
entsprechend den Empfehlungen des Robert Koch-lnstituts und den Vorgaben
der jeweiligen Arbeitsschutzbehörden sowie wirksame Schutzvorschriften für Personal, Besucher
und Kunden einzuhalten. Ziele der zu veranlassenden Schutzmaßnahmen sind die Reduzierung
von Kontakten, der Schutz des Personals vor Infektionen sowie die möglichst weitgehende
Vermeidung von Schmierinfektionen über Vehikel und Gegenstände. Dies soil durch
Einhaltung der Abstandsregelung von mindestens 1,5 m Abstand zu anderen Personen sowie
ein verstärktes Reinigungs- und Desinfektionsregime bewerkstelligt werden. Die Einhaltung
der Hygienevorschriften nach den Sätzen 1 bis 3 ist Voraussetzung für die Öffnung und den
Betrieb einer Einrichtung oder eines Angebotes.


§ 5
Schließung von Einrichtungen und Angeboten
(1) Für den Publikumsverkehr sind die folgenden Einrichtungen und Angebote unabhängig
von der jeweiligen Trägerschaft oder den Eigentumsverhältnissen zu schließen:
1. Bars, Cafés, einschließlich Eiscafés, Kneipen, Clubs, Diskotheken, Theater, Kinos, Konzerthäuser
und bis zum 26. April 2020 Museen; § 7 Abs. 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend,
2. Fitnessstudios, Schwimm-, Freizeit- und Erlebnisbäder, Thermen, Saunen und Solarien,
3. Angebote von Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen,
4. Vereine, sonstige Sport- und Freizeiteinrichtungen und -angebote sowie Sportanlagen,
Spiel- und Bolzplätze, zoologische und botanische Gärten, Tierparks und ähnlichen Einrichtungen,
soweit nicht unter freiem Himmel in Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 geregelt, Touristeninformationen,
5. Spielhallen und Spielbanken,
6. Tanzlustbarkeiten,
7. Ausstellungen bis zum 26. April 2020, Messen, Spezialmärkte, Wettannahmestellen und
ähnliche Unternehmen im Sinne der Gewerbeordnung in der Fassung vom 22. Februar
1999 (BGBI. I S. 202) in der jeweils geltenden Fassung,
8. Vergnügungsstätten im Sinne der Baunutzungsverordnung in der Fassung vom 21. November
2017 (BGBI. I S. 3786) in der jeweils geltenden Fassung,
9. Prostitutionsstätten, -fahrzeuge und -veranstaltungen im Sinne des Prostituiertenschutzgesetzes
vom 21. Oktober 2016 (BGBI. I S. 2372) in der jeweils geltenden Fassung,
10. Einrichtungen, Angebote und Maßnahmen für Familien nach § 16 des Achten Buches
Sozialgesetzbuch (SGB VIII), insbesondere Familienzentren, Familienferienstätten, Familienbildungsangebote
freier Träger sowie Verbände und Gruppenangebote in Geburtshäusern,
11. Mehrgenerationenhäuser,
12. offene Senioreneinrichtungen der Seniorenarbeit, insbesondere Seniorenclubs und Seniorenbüros,
13. Jugendbildungs-, Jugenderholungs- und Jugendfreizeitstätten einschließlich Jugendclubs
sowie Jugendherbergen im Sinne des § 11 SGB VIII,
14. Tagespflegeeinrichtungen nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch; ausgenommen sind
Tagespflegeeinrichtungen, die konzeptionell eng mit einer stationären Einrichtung nach
§ 2 des Thüringer Wohn- und Teilhabegesetzes (ThürWTG) vom 10. Juni 2014 (GVBI.
S. 161) in der jeweils geltenden Fassung oder nicht selbstorganisierten ambulant betreuten
Wohnformen nach § 3 Abs. 2 ThüriArTG verbunden sind und somit ausschließlich
deren Bewohner betreuen,
15. Beratungsstellen bis zum 26. April 2020,
16. Frauenzentren.
(1a) Abweichend von Absatz 1 dürfen ab dem 27. April 2020 die folgenden Einrichtungen für
den Publikumsverkehr unter Beachtung und Einhaltung der Hygienevorschriften nach § 3
Abs. 5 und § 4 Satz 1 bis 3 öffnen:
1. zoologische und botanische Gärten, Tierparks und ähnliche Einrichtungen unter freiem
Himmel,
2. Museen, Galerien und Ausstellungen,
3. Volkshochschulen, soweit sie nach § 13 des Thüringer Erwachsenenbildungsgesetzes
vom 18. November 2010 (GVBI. S. 328) in der jeweils geltenden Fassung auf den Erwerb
der allgemeinen Hochschulreife als externen Schulabschluss und ab dem 4. Mai 2020,
soweit sie gemäß § 13 des Thüringer Erwachsenenbildungsgesetzes in der jeweils geltenden
Fassung auf den Erwerb der weiteren externen Schulabschlüsse vorbereiten; insoweit
gilt § 8 Abs. 1 Satz 3 und 4 entsprechend,
4. Beratungsstellen.
§ 6 Abs. 5 gilt entsprechend. Eine Steuerung und Begrenzung des Zugangs ist insbesondere
in kleinen und beengten Gebäuden erforderlich. Die Einrichtungen nach Satz 1 erstellen ein
Schutzkonzept für die Beachtung und Einhaltung der Hygienevorschriften.
(2) Bei Beratungsstellen und anderen sozialen Einrichtungen mit Beratungsangebot soli die
Möglichkeit für kurzfristige Beratungen durch Nutzung digitaler Medien sowie Telefonie gesichert
werden.
(3) Für den Sportbetrieb von Kaderathleten können Ausnahmen durch die zuständige Behörde
zugelassen werden, sofern dies im Einzelfall unerlässlich ist.
(4) Bibliotheken dürfen unter Beachtung und Einhaltung der Hygienevorschriften nach § 3
Abs. 5 und § 4 Satz 1 bis 3 geöffnet werden.


§ 6
Schließung von Einzelhandelsgeschäften; Beschränkungen von
Dienstleistungen, Handwerks- und Beherbergungsbetrieben
(1) Geschäfte des Einzelhandels einschließlich Fabrikläden und Hersteller-Direktverkaufsstellen
sind für den Publikumsverkehr geschlossen zu halten. Abweichend von Satz 1 dürfen
ab dem 24. April 2020 Geschäfte des Einzelhandels einschließlich Fabrikläden und Hersteller-
Direktverkaufsstellen bis zu einer Verkaufsfläche von 800 m2 sowie alle Geschäfte, die ihre

Verkaufsflächen auf höchstens 800 m2 begrenzen, geöffnet werden. Abweichend von den Sätzen
1 und 2 dürfen unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche nach Satz 2 öffnen oder
geöffnet bleiben:
1. der Lebensmittelhandel einschließlich Bäckereien und Fleischereien, Getränke-, Wochen-
und Supermärkte sowie Hofläden,
2. Banken und Sparkassen,
3. Drogerien,
4. Sanitätshäuser,
5. Optiker,
6. Hörgeräteakustiker,
7. Filialen der Deutschen Post AG und Paketstellen von Logistikunternehmen,
8. Abhol- und Lieferdienste,
9. Wäschereien und Reinigungen,
10. Tankstellen, Kfz-Handel einschließlich Kfz-Teileverkaufsstellen und Fahrradgeschäfte,
11. Zeitungs- und Tabakwarengeschäfte,
11a. Buchhandelsgeschäfte bis zum Ablauf des 23. April 2020 mit der Einschränkung auf
kontaktlose Weitergabe elektronisch oder telefonisch bestellter Ware außerhalb der Geschäftsräume,
ab dem 24. April 2020 ohne Einschränkung,
12. Tierbedarf, Bau- und Gartenmärkte, Gärtnereien und Floristikgeschäfte,
13. der Fernabsatzhandel,
14. der Großhandel,
(2) Dienstleistungen, Handwerks- und Beherbergungsbetriebe sind grundsätzlich zulässig.
Dies gilt nicht für folgende Dienstleistungen oder Betriebe:
1. Übernachtungsangebote von Beherbergungen für touristische Zwecke sowie Reisebusveranstaltungen,
2. Fahrschulen, Flugschulen und ähnliche Betriebe,
3. Friseurbetriebe und Barbiergeschäfte,
4. Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege, insbesondere Tattoo-, Piercing-, Kosmetik-,
Nagelstudios und ähnliche Betriebe,
5. Massage- und Wellnessstudios und ähnliche Angebote,
6. Swinger-Clubs und ähnliche Angebote.
Abweichend von Satz 2 Nr. 3 ist die Öffnung und der Betrieb von Friseurbetrieben und Barbiergeschäften
ab dem 4. Mai 2020 zulässig. Sie müssen bei der Wiedereröffnung die Beachtung
und Einhaltung der Hygienevorschriften und Schutzerfordernisse nach § 3 Abs. 5 und § 4
Satz 1 bis 3 sicherstellen.
(3) Der Betrieb von Einrichtungen des Gesundheitswesens ist grundsätzlich zulässig. Dies
gilt insbesondere für Polikliniken, Arzt-, Zahnarzt-, Tierarztpraxen, Psychotherapien und Apotheken.
In sonstigen ambulanten Betrieben des Gesundheitswesens, insbesondere Physiound
Ergotherapien, medizinischer Fußpflege und Ähnlichen, dürfen Behandlungen nur angeboten
werden, sofern
1. die medizinische Notwendigkeit der Behandlung durch ärztliches oder zahnärztliches Attest
oder Verordnung nachgewiesen wird und
2. keine anderweitigen Bestimmungen erfolgt sind.
Satz 3 gilt nicht für Geburtsvorbereitungskurse, sofern die Beachtung und Einhaltung der Hygienevorschriften
und Schutzerfordernisse nach § 3 Abs. 5 und § 4 Satz 1 bis 3 sichergestellt
werden und nicht mehr als sechs Personen an einem Kurs teilnehmen.
(4) Geschäfte, Betriebe und sonstige Stellen im Sinne des Absatzes 1 mit gemischtem Sortiment
dürfen für den Publikumsverkehr geöffnet werden, wenn
1. die angebotenen Waren- oder Dienstleistungen dem regelmäßigen Sortiment entsprechen,

2. die Waren- oder Dienstleistungen nach Absatz 1 Satz 3 den Schwerpunkt des Sortiments
bilden und
3. der Betrieb insgesamt zulässig ist.
Geschäfte, Betriebe und sonstige Ste lien mit gemischtem Sortiment sind solche, die neben
den in Absatz 1 Satz 3 genannten Verkaufsstellen und Betrieben auch Waren- oder Dienstleistungen
aus nicht erlaubten Geschäftsbereichen enthalten. Die Erbringung von Dienstleistungen
nach Absatz 2 Satz 2 ist untersagt, soweit sie nicht nach Absatz 2 Satz 3 zulässig sind.
(5) Die zuständigen Behörden sind berechtigt, die Einhaltung der Schutzmaßnahmen nach § 4 Satz 1 bis 3 zu überprüfen und gegebenenfalls weitere Auflagen zu erteilen. Wer ein Geschäft
oder sonst einen Betrieb im Sinne des Absatzes 1 Satz 2 oder 3 führt, hat sicherzustellen,
dass die Kunden über gut sichtbare Aushänge und regelmäßige Durchsagen über die
Verpflichtung zur Abstandsregelung und der Einhaltung der Schutzmaßnahmen nach § 4 Satz 1 bis 3 informiert werden. Ansammlungen, insbesondere Gruppenbildungen und Wadeschlangen
von Kunden, sind zu unterbinden. Im Wartebereich vor und in der Einrichtung sind
gut sichtbare Abstandsmarkierungen anzubringen, deren Beachtung durch die Kunden von
der jeweiligen Geschäftsführung ständig zu überprüfen ist. Bei Zuwiderhandlungen durch Kunden
sind unverzüglich Hausverbote auszusprechen.
(6) Die zuständige Behörde kann auf Antrag Ausnahmegenehmigungen für andere für die
Versorgung der Bevölkerung zwingend notwendige Geschäfte oder Betriebe erteilen, sofern
dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist.


§ 7
Schließung von Gastronomiebetrieben
(1) Für den Publikumsverkehr sind Gaststätten im Sinne des Thüringer Gaststättengesetzes
vom 9. Oktober 2008 (GVBI. S. 367) in der jeweils geltenden Fassung zu schließen. Zulässig
ist ein Außerhausverkauf unter Beachtung und Einhaltung der Hygienevorschriften nach § 4
Satz 1 bis 3. Ein Verzehr vor Ort ist untersagt; der Verzehr ist erst in einer Entfernung von
mindestens 10 m zulässig.
(2) Kantinen, Cafeterien oder ähnliche Einrichtungen dürfen nur zur Versorgung von Bediensteten
geöffnet werden. Gleiches gilt bei Versorgungseinrichtungen des Studierendenwerks
auch für Studierende, deren Versorgung in Vorbereitung oder in zeitlichem Zusammenhang
mit der Abnahme einer Hochschulabschlussprüfung erforderlich ist.
(3) Gastronomische Bereiche von Beherbergungsbetrieben dürfen ausschließlich den Obernachtungsgästen
ein Nahrungsangebot zur Verfügung stellen.
(4) Bei den Gastronomiebetrieben nach den Absätzen 2 und 3 ist ein Abstand von mindestens
1,5 m zwischen den Tischen zu gewährleisten; die Einhaltung der grundsätzlichen Pflichten
nach § 1 auch an den Tischen ist zu überwachen.


§ 8
Schließung von Einrichtungen nach § 33 IfSG
(1) Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 IfSG werden geschlossen mit Ausnahme betriebserlaubnispflichtiger
stationärer Einrichtungen der Erziehungshilfe und der Eingliederungshilfe
für behinderte Kinder und Jugendliche. Tagesgruppen nach § 32 SGB VIII dürfen nur geöffnet
werden, wenn die Zahl der zu Betreuenden zehn nicht übersteigt. Abweichend von Satz 1 können Schulen einschließlich der zugehörigen Internate und Wohnheime ab dem 27. April
2020 geöffnet werden
1. für Schüler, die im Schuljahr 2019/2020 Abschlussklassen besuchen, die auf den Erwerb
der allgemeinen Hochschulreife vorbereiten,
2. für Schüler, die Abschlussklassen der Höheren Berufsfachschule in der Fachrichtung Altenpflege
besuchen, sowie
3. für Schüler, die die schriftlichen Abschlussprüfungen für den Ausbildungsberuf Steuerfachangestellter/
Steuerfachangestellte ablegen.
Die mit der Aufnahme des Schulbetriebs nach Satz 3 verbundenen Auflagen für die Schulträger,
Lehrer und Schüler bleiben den zuständigen Behörden sowie den für Kommunales und
für Schulwesen zuständigen Ministerien oder den ihnen nachgeordneten Behörden vorbehalten.
(1a)Abweichend von Absatz 1 Satz 1 können Schulen einschließlich der zugehörigen Internate
und Wohnheime ab dem 4. Mai 2020 geöffnet werden für Schüler, die im Schuljahr
2019/2020
1. Abschlussklassen besuchen, die den Erwerb des Hauptschulabschlusses, des Qualifizierenden
Hauptschulabschlusses oder des Realschulabschlusses ermöglichen,
2. an der besonderen Leistungsfeststellung teilnehmen sowie
3. Abschlussklassen besuchen, die die Fachhochschulreife ermöglichen oder in denen eine
Abschluss-, Facharbeiter- oder Gesellenprüfung nach der Handwerksordnung, dem Berufsbildungsgesetz
oder Bundes- oder Landesrecht in einer Schulform nach § 8 des Thüringer
Schulgesetzes durchgeführt wird.
Absatz 1 Satz 4 gilt entsprechend.
(2) Eine Notbetreuung in kleinen Gruppen von Kindern von Erziehungsberechtigten, die in
sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind, ist zu gewährleisten. Die Einzelheiten legt
das für Bi !dung und Jugend zuständige Ministerium fest.
(3) Blutspendetermine sind zu ermöglichen. Personen mit erkennbaren Atemwegserkrankungen
sind abzuweisen.


§ 9
Schließungen, Verbote und Maßnahmen in Krankenhäusern,
Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie stationären Einrichtungen
der Pflege und der Eingliederungshilfe nach dem
Thüringer Wohn- und Teilhabegesetz
(1) In Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie stationären Einrichtungen
der Pflege und der Eingliederungshilfe nach dem Thüringer Wohn- und Teilhabegesetz
sind Kantinen, Cafeterien oder andere der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen für
Patienten und Besucher zu schließen; § 7 Abs. 2 in Verbindung mit Abs. 4 gilt entsprechend.
Sämtliche öffentliche Veranstaltungen, insbesondere Vorträge, Lesungen und Informationsveranstaltungen,
sind untersagt.
(2) Besuche in Krankenhäusern sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sind
grundsätzlich untersagt. Es ist maximal ein registrierter Besuch pro Patient oder Bewohner pro
Tag für maximal eine Stunde mit Schutzmaßnahmen und Hygieneunterweisung zulässig. Besuche
von Personen unter 16 Jahren, Personen mit Atemwegsinfektionen oder Personen nach
§ 11 Abs. 1 sind untersagt. Für medizinische und ethisch-sozial angezeigte Besuche, insbesondere
Besuche von Geburts-, Kinder- und Palliativstationen oder Hospizen, können abweichende
Regelungen von der Leitung der Einrichtung getroffen werden, sofern ein ausreichend

hoher Infektionsschutz sichergestellt ist. Für stationäre Einrichtungen der Pflege und besondere
Wohnformen für Menschen mit Behinderung nach § 2 Thür\ATTG gilt zum Schutz der Bewohner
ein generelles Besuchsverbot. In besonders begründeten Ausnahmefällen kann die
Leitung der Einrichtung Ausnahmen zulassen. In diesem Fall sind die erforderlichen Schutzund
Hygienemaßnahmen sicherzustellen.
(3) Neuaufnahmen in Eltern-Kind-Kurkliniken sind untersagt.
(4) Einrichtungen nach Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 haben über die Maßnahmen nach § 4
Satz 1 bis 3 hinaus solche zu ergreifen, die das Eintragen der Viren SARS-CoV-2 verhindern
oder erschweren. Patienten und Personal sind unverzüglich und im höchstmöglichen Maße zu
schützen. Krankenhäuser müssen im Rahmen des COVID-19-Konzepts des für das öffentliche
Gesundheitswesen zuständigen Ministeriums und soweit medizinisch vertretbar, ihre personellen
und sonstigen Ressourcen schwerpunktmäßig für die Behandlung von Patienten mit
COVID-19 oder den Verdacht hierauf einsetzen. Auf dem Gebiet der Intensivpflege ist das
ärztliche und pflegerische Personal unverzüglich hinsichtlich der Handhabung von Beatmungsgeräten
sowie der Behandlung von Patienten mit COVID-19 oder den Verdacht hierauf
zu schulen.
(5) Krankenhäuser in öffentlicher, privater und freigemeinnütziger Trägerschaft in Thüringen
sind verpflichtet, sich unverzüglich auf der Internetseite des Intensivregisters der Deutschen
Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V., des Robert Koch-Instituts
und der Deutschen Krankenhausgesellschaft e. V. (Intensivregister) zu registrieren, unverzüglich
ihre intensivmedizinischen Kapazitäten oder Beatmungsmöglichkeiten an die für das Intensivregister
zuständigen Ste Ilen elektronisch zu melden sowie die weiteren erforderlichen
Einträge und die regelmäßigen Meldungen vorzunehmen. Rehabilitationseinrichtungen und
sonstige Einrichtungen mit intensivmedizinischen Kapazitäten oder Beatmungsmöglichkeiten
sollen entsprechend Satz 1 verfahren.


§ 10
Betretungsverbote für Werkstätten für behinderte Menschen,
Untersagung von Angeboten
(1) Werkstätten für behinderte Menschen, alle Formen von Förderbereichen, Arbeitsbereiche
von Tagesstätten sowie Angebote anderer Leistungsanbieter nach § 60 des Neunten Buches
Sozialgesetzbuch dürfen von den dort beschäftigten und betreuten Menschen mit Behinderungen
nicht betreten werden. Der Betreiber hat die Einhaltung dieses Verbots sicherzustellen.
(2) Von diesem Betretungsverbot nach Absatz 1 ausgenommen sind diejenigen Menschen
mit Behinderungen, die eine Betreuung während des Tages benötigen und deren Betreuung
anderweitig nicht sichergestellt werden kann.
(3) Angebote der Eingliederungshilfe für diejenigen Menschen mit Behinderung, die
1. sich in besonderen Wohnformen (ehemaliges stationäres Wohnen) befinden,
2. bei Erziehungsberechtigten, Eltern oder sonstigen Angehörigen wohnen und deren Betreuung
sichergestellt ist oder
3. allein oder in Wohngruppen wohnen und sich selbstständig versorgen können oder eine
Betreuung erhalten,
sind untersagt. Abweichend von Satz 1 bleiben Versorgungsangebote weiter zulässig, soweit
eine dringende medizinische, psychologische oder ethisch-soziale Notwendigkeit für diese
vorliegt.

(4) In interdisziplinären, heilpädagogischen und überregionalen Frühförderstellen sowie heilpädagogischen
Praxen finden keine Therapie, Förderung und Beratung für Kinder und deren
Familien statt, die einen unmittelbaren persönlichen Kontakt erfordern. Leistungen, die durch
Nutzung digitaler Medien oder telefonisch möglich sind, können weiter erbracht werden. Kinder
und deren Familien dürfen Einrichtungen nach Satz 1 nicht betreten. Das Personal der Einrichtungen
darf für die oben genannten Zwecke weder das häusliche Umfeld der Familien noch
Kindertageseinrichtungen aufsuchen.


§ 11
Regelungen für Kontaktpersonen
(1) Personen, die Kontakt zu einer mit dem Virus SARS-CoV-2 infizierten Person oder zu
einem Ansteckungsverdächtigen im Sinne des § 2 Nr. 7 IfSG hatten, dürfen die folgenden
Einrichtungen nicht betreten beziehungsweise nicht an entsprechenden Veranstaltungen teilnehmen
oder dort Tätigkeiten ausüben:
1. Einrichtungen nach § 33 IfSG sowie betriebserlaubnispflichtige Einrichtungen nach § 45
SGB VIII, ausgenommen von dem Betretungsverbot sind minderjährige Personen, die einer
gesetzlichen Unterbringungspflicht unterliegen, insbesondere nach § 42 SGB VIII,
2. Einrichtungen nach § 23 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 bis 10 IfSG; ausgenommen von dem Betretungsverbot
sind behandlungsbedürftige Personen sowie Personen, die unter adäquaten
Schutzmaßnahmen an COVID-19 erkrankte Personen in diesen Einrichtungen behandelt
oder gepflegt haben,
3. stationäre Einrichtungen der Pflege und besondere Wohnformen der Eingliederungshilfe;
ausgenommen von dem Betretungsverbot sind behandlungs- und pflegebedürftige Personen,
4. Einrichtungen nach § 33 Nr. 1 bis 3 IfSG, die für die Notbetreuung weiterhin geöffnet sind,
5. Hochschulen, juristisch selbstständige Einrichtungen in Trägerschaft einer Hochschule
sowie die Einrichtungen des Studierendenwerks Thüringen; ausgenommen sind Bewohner
der Wohnheime des Studierendenwerks Thüringen,
6. Frauenhäuser, Frauenschutzwohnungen; ausgenommen sind Bewohnerinnen der genannten
Einrichtungen und deren Kinder,
7. Gaststätten,
8. Beherbergungsbetriebe,
9. Blutspendetermine,
10. Veranstaltungen, Versammlungen, Demonstrationen, Ansammlungen und sonstige
Zusammenkünfte nach § 3.
(2) Für die in Absatz 1 genannten Personen werden vom zuständigen Gesundheitsamt besondere
Schutzmaßnahmen nach den §§ 28 ff. IfSG angeordnet. Grundlage für die Anordnungen
sind die jeweils aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Institutes zum Kontaktpersonenmanagement.
(3) Für Personen nach Absatz 1, deren Tätigkeit zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit
von stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Altenpflege oder anderen kritischen
Infrastrukturen aufgrund von akutem Personalmangel unabdingbar ist, kann durch das
zuständige Gesundheitsamt im Rahmen einer Risikoabwägung zwischen der Ansteckungsgefahr
und der notwendigen Tätigkeitsaufnahme abgewogen werden, ob eine Beschäftigung
ganz oder in modifizierter Weise möglich ist. Das Risiko der Infektionsweitergabe bei Aufnahme
einer Tätigkeit innerhalb von 14 Tagen nach letztmaligem Kontakt zu einer mit SARS
CoV-2 infizierten Person ist nach derzeitigem Kenntnisstand soweit vermindert, dass eine Arbeitsaufnahme
für diese Berufsgruppen möglich erscheint, wenn die jeweils aktuellen Empfehlungen
des Robert Koch-lnstituts zum Kontaktpersonenmanagement bei akutem Personalmangel
eingehalten werden.


§ 12
Schwangerschaftskonfliktberatung nach
den §§ 5 bis 7 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes
(1) Schwangerschaftskonfliktberatungen sollen durch Nutzung digitaler Medien erfolgen oder
telefonisch durchgeführt werden. Beratungsstellen sind für den Publikumsverkehr zu schließen.
Im Einzelfall kann eine persönliche Beratung erfolgen, insbesondere wenn die Kommunikation
nach Satz 1 nicht möglich ist. Die für den Ausschluss einer SARS-CoV-2-Infektion
erforderliche Vorsorge ist im Vorfeld einer persönlichen Beratung telefonisch und unmittelbar
vor dem vereinbarten Termin abzuklären und zu dokumentieren.
(2) Für den Beratungsschein ist eine infektionssichere Übergabe vorzusehen. In begründeten
Ausnahmefällen und mit dokumentiertem Einverständnis der Schwangeren können im Einzelfall
alternative Übergabemöglichkeiten, insbesondere durch Fax, Einschreiben, Boten oder als
Anhang einer E-Mail als eingescannte Datei, vereinbart werden.
(3) Ab 27. April 2020 gilt § 5 Abs. 1a Satz 1 Nr. 4 und Abs. 2 entsprechend.


§ 13
Unterstützung durch die Polizei
Die nach der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten und zur Übertragung
von Ermächtigungen nach dem Infektionsschutzgesetz zuständigen Behörden sind gehalten,
die Regelungen dieser Verordnung energisch, konsequent und falls nötig mit Zwangsmitteln
durchzusetzen, insbesondere nach § 43 des Thüringer Verwaltungszustellungs- und Vollstreckungsgesetzes
in der Fassung vom 5. Februar 2009 (GVBI. S. 24) in der jeweils geltenden
Fassung. Dabei werden sie von der Polizei nach den allgemeinen Bestimmungen unterstützt.

§ 14
Ordnungswidrigkeiten
(1) Die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten richtet sich nach § 73 IfSG und dem Gesetz
über Ordnungswidrigkeiten in der Fassung vom 19. Februar 1987 (BGBI. I S. 602) in der jeweils
geltenden Fassung.
(2) Ordnungswidrigkeiten werden nach § 73 Abs. 2 IfSG mit einer Geldbuße von bis zu
25 000 Euro geahndet.
(3) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 1 a Nr. 24 in Verbindung mit den §§ 32 und 28
Abs. 1 Satz 1 und 2 IfSG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 1 Satz 2 den Mindestabstand von 1,5 m nicht einhält,
2. entgegen § 2 Abs. 1 sich mit mehr oder anderen als den dort zugelassenen Personen
im öffentlichen Raum aufhält und keine Ausnahme nach § 2 Abs. 2 oder § 3 Abs. 2 bis
4 vorliegt,
3. entgegen § 3 Abs. 1 an Veranstaltungen, Versammlungen, Demonstrationen, Ansammlungen
und sonstigen Zusammenkünften teilnimmt und keine Ausnahme nach § 2 Abs. 2
oder § 3 Abs. 2 bis 4 vorliegt,
4. entgegen § 3 Abs. 1 eine Veranstaltung, Versammlung, Demonstration, Ansammlung
oder sonstige Zusammenkunft ausrichtet und keine Ausnahme nach § 2 Abs. 2 oder § 3
Abs. 2 bis 4 vorliegt,
4a. entgegen § 3 Abs. 3a bis 3c eine Versammlung oder Zusammenkunft im Sinne des § 3
Abs. 3c als Veranstalter oder Organisator ausrichtet oder durchführt,
4b. entgegen § 3 Abs. 4 Satz 2 und 3 als nicht zugelassene oder nicht berechtigte Person
an einer Trauerfeier oder Eheschließung teilnimmt,
5. entgegen § 3 Abs. 5 als Veranstalter, Organisator oder zuständiger Amtsträger der Zusammenkunft
die Einhaltung der Hygiene- und lnfektionsschutzvorgaben nicht sicherstellt,
6. entgegen § 4 Satz 1 bis 3 die Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben nicht einhält oder
umsetzt, insbesondere den Mindestabstand von 1,5 m in Betrieben nicht einhält,
7. entgegen § 5 Abs. 1 eine der genannten Einrichtungen oder eines der genannten Angebote
für den Publikumsverkehr nicht schließt,
7a. entgegen § 5 Abs. 1 a eine der dort genannten Verpflichtungen oder Voraussetzungen
nicht erfüllt,
8. entgegen § 6 Abs. 1, auch in Verbindung mit Abs. 4, eine der Einrichtungen oder Stellen
nicht schließt oder einen Betrieb mit einer nach § 6 Abs. 1 Satz 2 unzulässigen Verkaufsfläche
öffnet und betreibt,
9. entgegen § 6 Abs. 2 Satz 2 Dienst-, Handwerks-, Reisebus- oder Beherbungsleistungen
anbietet oder erbringt oder Einrichtungen dafür offenhält,
9a. entgegen § 6 Abs. 2 Satz 3 und 4 die Beachtung und Einhaltung von Hygieneregeln und
Schutzerfordernissen nicht sicherstellt,
10. entgegen § 6 Abs. 3 Satz 2 eine Behandlung anbietet oder erbringt,
11. entgegen § 6 Abs. 5 Satz 1 ergänzende vollziehbare Auflagen der zuständigen Behörden
nicht befolgt und umsetzt oder entgegen § 6 Abs. 5 Satz 2 bis 5 als Geschäftsführer
nicht sicherstellt, dass die dort genannten Maßnahmen erfolgen,
11a. entgegen § 6 Abs. 5 Satz 2 bis 5 erforderliche Maßnahmen im Sinne der Vorschrift nicht
trifft, bzw. deren Einhaltung und Umsetzung nicht sicherstellt,
12. entgegen § 7 Abs. 1 eine gastronomische Einrichtung für den Publikumsverkehr nicht
schließt oder diese betreibt,
13. entgegen § 7 Abs. 1 Satz 3 im Rahmen des Außerhausverkaufs erworbene Speisen
oder Getränke im Umkreis von weniger als 10 m von der gastronomischen Einrichtung
entfernt im öffentlichen Raum verzehrt,
14. entgegen § 7 Abs. 2 eine gastronomische Einrichtung für andere als für die dort genannte
Personen der betreffenden Einrichtung öffnet oder betreibt,
15. entgegen § 7 Abs. 3 für andere Personen als Übernachtungsgäste ein Nahrungsangebot
bereitstellt,
16. entgegen § 7 Abs. 4 die Einhaltung der Abstands-, Überwachungs- und Hygienevorschriften
nicht gewährleistet,
16a. entgegen § 8 Abs. 1 Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne des § 33 IfSG nicht schließt,
17. entgegen § 8 Abs. 3 Satz 2 Personen mit erkennbaren Atemwegserkrankungen nicht
abweist,
18. entgegen § 9 Abs. 1 Satz 1 eine genannte, gastronomische Einrichtung nicht schließt
oder betreibt,
19. entgegen § 9 Abs. 1 Satz 2 eine öffentliche Veranstaltung durchführt oder daran teilnimmt,
20. entgegen § 9 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 in Verbindung mit § 7 Abs. 4 die Einhaltung der
Abstands-, Überwachungs- und Hygienevorschriften nicht gewährleistet,
21. entgegen § 9 Abs. 2 Satz 1, 3 oder 5 eine Einrichtung besucht,
22. entgegen § 9 Abs. 2 Satz 2, 4 oder 7 nicht sicherstellt, dass die dort in Bezug genommenen
Vorgaben eingehalten werden,
22a. entgegen § 9 Abs. 2 Satz 5 das generelle Besuchsverbot nicht beachtet und keine Ausnahme
vorliegt,
23. entgegen § 9 Abs. 3 Neuaufnahmen in Eltern-Kind-Kurkliniken vornimmt,
24. entgegen § 9 Abs. 4 Satz 1 und 2 die dort genannten erforderlichen IVIaßnahmen nicht
ergreift,
25. entgegen § 9 Abs. 5 Satz 1 seiner Registrierungs- und Meldepflicht nicht unverzüglich
nachkommt,
26. entgegen § 10 Abs. 1 Satz 1 eine Einrichtung betritt,
27. entgegen § 10 Abs. 1 Satz 2 die Einhaltung des Betretungsverbots nicht sicherstellt,
28. entgegen § 10 Abs. 3 unzulässige Angebote der Eingliederungshilfe macht,
28a. entgegen § 10 Abs. 4 in Frühförderstellen oder heilpädagogischen Praxen unzulässige
Leistungen mit unmittelbarem persönlichen Kontakt anbietet oder durchführt,
28b. entgegen § 10 Abs. 4 an interdisziplinären, heilpädagogischen und überregionalen Frühförderstellen
teilnimmt sowie heilpädagogische Praxen besucht,
29. entgegen § 11 Abs. 1 eine Einrichtung betritt, an einer Veranstaltung teilnimmt oder dort
Tätigkeiten ausübt,
29a. entgegen § 11 Abs. 2 Satz 1 angeordnete, besondere Schutzmaßnahmen nicht einhält,
oder nicht beachtet,
30. entgegen § 12 Abs. 1 Satz 2 eine Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle für den Publikumsverkehr
nicht schließt,
31. entgegen § 12 Abs. 2 keine infektionssichere Übergabe vorsieht.


§ 15
Weitergehende Anordnungen der zuständigen Behörden, Geltungsbereich
(1) Weitergehende Anordnungen der nach der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten
und zur Übertragung von Ermächtigungen nach dem Infektionsschutzgesetz sowie
der Verordnung über den öffentlichen Gesundheitsdienst und die Aufgaben der Gesundheitsämter
in den Landkreisen und kreisfreien Städten in der Fassung vom 2. Oktober 1998
(GVBI. S. 329 -337-) in der jeweils geltenden Fassung zuständigen Behörden bleiben unberührt.
(2) Von den Bestimmungen dieser Verordnung, den danach getroffenen Maßnahmen und
weiteren Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz bleibt der Landtag im Hinblick auf sein
verfassungsrechtliches Selbstorganisationsrecht unberührt. Die zuständigen Behörden beachten
die verfassungsrechtliche Stellung der Mitglieder des Landtags und die zur Regelung eines
angemessenen Infektionsschutzes durch den Landtag getroffenen Maßnahmen.
§ 16
Einschränkung von Grundrechten
Die Grundrechte der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes, Artikel 3
Abs. 1 Satz 2 der Verfassung des Freistaats Thüringen), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8
des Grundgesetzes, Artikel 10 der Verfassung des Freistaats Thüringen), der Freizügigkeit
(Artikel 11 des Grundgesetzes, Artikel 5 Abs. 1 der Verfassung des Freistaats Thüringen) und
der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Abs. 1 des Grundgesetzes, Artikel 8 der Vedassung
des Freistaats Thüringen) werden insoweit eingeschränkt.
§ 17
Gleichstellungsbestimmung
Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Verordnung gelten jeweils für alle Geschlechter.
Artikel 2
Änderung der Thüringer Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und
Rückreisende zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2
Die Thüringer Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung
des Coronavirus SARS-CoV-2 vom 9. April 2020 wird wie folgt geändert:
1. Nach § 4 wird folgender § 4a eingefügt:
㤠4a
Ausnahmen vom Geltungsbereich
(1) Von den Bestimmungen dieser Verordnung, den danach getroffenen Maßnahmen und
weiteren Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz bleibt der Landtag im Hinblick
auf sein verfassungsrechtliches Selbstorganisationsrecht unberührt. Die zuständigen
Behörden beachten die verfassungsrechtliche Stellung der Mitglieder des Landtags
und die zur Regelung eines angemessenen Infektionsschutzes durch den Landtag
getroffenen Maßnahmen.
(2) Ebenfalls unberührt bleibt die richterliche Unabhängigkeit nach Artikel 97 des Grundgesetzes
und Artikel 86 Abs. 2 der Verfassung des Freistaats Thüringen einschließlich
der verfahrensleitenden und sitzungspolizeilichen Befugnisse der Richter, insbesondere
soweit die Richter die Art und Weise des Infektionsschutzes bei richterlichen
Amtshandlungen innerhalb und außerhalb der Gerichte im Einzelnen ausgestalten,
beispielsweise bei Termins- und Zeugenladungen."
2. In § 9 wird das Datum „19. April 2020" durch das Datum „6. Mai 2020" ersetzt.

Artikel 3
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) Artikel 1 tritt am 20. April 2020 in Kraft und mit Ablauf des 6. Mai 2020 außer Kraft. Abweichend
von Satz 1 tritt Artikel 1 § 9 Abs. 5, § 14 Abs. 1, 2 und 3 Nr. 25 sowie die §§ 16 und 17
mit Inkrafttreten einer Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit zur Aufrechterhaltung
und Sicherung intensivmedizinischer Krankenhauskapazitäten außer Kraft, spätestens
mit Ablauf des 31. Mai 2020.
(2) Artikel 2 tritt mit Wirkung vom 19. April 2020 in Kraft.
(3) Gleichzeitig mit dem lnkrafttreten nach Absatz 1 Satz 1 tritt die Zweite Thüringer SARSCoV-
2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung vom 7. April 2020 (GVBI. S. 123) außer Kraft.
Erfurt, den if- (:,;</cVC
Die Ministerin für Arbeit, Soziales,
Gesundheit, Frauen und Familie

 

 

 

 
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