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obvorstadtzentrum_customLiebe Suhlerinnen und Suhler,

mehrfach wurde ich in den zurückliegenden Wochen gefragt, wie 2006 die Amtsübergabe erfolgte. Das haben die Menschen unserer Stadt offenbar bis heute nicht vergessen. Die Verpflichtung zur gewissenhaften Amtsführung betrifft auch die ordnungsgemäße Übergabe der Amtsgeschäfte - was für mich selbstverständlich ist.

Ich bin dabei, die Aktenberge, welche sich über zwölf Jahre angesammelt haben, zu ordnen und zu archivieren. Deutlich wird einem da, was viele Bürgerinnen und Bürger vielleicht schon vergessen haben. Suhl war hoch verschuldet, es herrschte städtebaulicher Notstand, die GeWo Städtische Wohnungsgesellschaft mbH Suhl war am Kollabieren, Bauhof und Stadtbetrieb waren offene Flanken, die Feuerwehren lagen im Argen, das Kulturhaus wurde mit viel Geld notbeatmet, die Jenaplan-Schule hatte keine Heimstatt.Viel zu tun also. Und vieles wurde getan.

Nicht ohne Dankbarkeit für das Mitwirken der Stadträte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und allen anderen beteiligten Akteuren, blicke ich mit Stolz auf die geleistete Arbeit zurück.Wer heute nach Suhl kommt, erlebt eine Wohlfühlstadt, deren Prädikat wir uns verdient haben.Die Innenstadt ist nahezu vollständig saniert, wir erleben ungebremsten Wohnungsneubau, wichtige städtische Bauvorhaben, die Wolfsgrube oder die Sanierung der Himmelreichschule befinden sich im Abschluss, am heiß umkämpften Portalgebäude beginnen in diesen Tagen die Rohbaumaßnahmen.Wir haben mit dem schwierigen, aber wichtigen Beschluss zum ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) mit Mythen gebrochen und dafür der Stadt als Ganzes eine städtebauliche Zukunft gegeben.

Die viele Jahrzehnte quälende Last der Deponie in Goldlauter-Heidersbach ist abgeschlossen und nun wird diese in Teilen sinnvoll als Solarpark genutzt.Mit der Zusammenlegung von Stadtbetrieb und Bauhof haben wir einen leistungsfähigen Eigenbetrieb geschaffen, der sich sehen lassen kann. Das betrifft den Neubau des Sozialtraktes und den Fuhrpark ebenso, wie die Leistung des Betriebes für die Bürger unserer Stadt.Die Krisen in unseren Beteiligungen „GeWo Städtische Wohungsgesellschaft mbH“ und „Institut für Transfusionsmedizin Suhl gemeinnützige GmbH“ sind - dank kluger Entscheidungen – überwunden. Beide Unternehmen stehen besser da als je zuvor.Die Suhler Feuerwehren sind in einem vorbildlichen Zustand. Wir bauen neue Gerätehäuser, sanieren den Standort in der Aue, haben eine Generalverjüngungskur unseres Fuhrparkes hinter uns und leisten eine vorbildliche inhaltliche Arbeit, sowohl was die Ausbildung unserer aktuellen und künftigen Kameraden betrifft, als auch konzeptionell für die Feuerwehrorganisation als Ganzes in Thüringen.Wir sind als Verwaltung modern aufgestellt, buchen doppisch und sind in absehbarer Zeit schuldenfrei.Viele der Aufgaben, die wir aus eigener Kraft lösen konnten, haben wir gelöst. Die Entwicklung des Aue-Sportareals haben wir, nach vergeblichem Vertrauen auf private Investoren, wieder in die eigene Hand genommen, einen Kindergarten haben wir neu gebaut und andere Kindergärten bedarfsgerecht ausgebaut. Mit einer Versorgungsquote von 100 Prozent bewerkstelligen wir eine leistungs- und bedarfsgerechte Versorgung mit Kitaplätzen.

Die GeWo Städtische Wohnungsgesellschaft mbH und die AWG Wohnungsbaugenossenschaft "Rennsteig" eG investieren kontinuierlich in bezahlbaren sowie barrierearmen Wohnraum, die Sporthalle Wolfsgrube ist fast fertig gestellt und das Förderzentrum in der Aue steht vor der komplexen Sanierung.Mit den Eingemeindungsverträgen mit den Gemeinden Schmiedefeld am Rennsteig und Gehlberg sind uns wichtige Schritte für die Entwicklung in der Region gelungen. Die freiwillige Bindung dieser Gemeinden an Suhl wird der Region, dem Wintersport und der touristischen Entwicklung des mittleren Thüringer Waldes guttun. Die Eingemeindungen stehen im Einklang mit unserer gemeinsamen Arbeit im Biosphärenreservat Vessertal Thüringer Wald, im Naturpark Thüringer Wald, im Regionalverbund Thüringer Wald und in zahlreichen Zweckverbänden, die für exzellente Zusammenarbeit auf Kreisebene stehen.

Ich übergebe meinem Nachfolger, Herrn Knapp, eine wohlgeordnete Stadt; wenngleich wir alle wissen, dass noch viele Aufgaben zu lösen sind. Das aber wird auch in Zukunft so bleiben. Der Haushalt der Stadt war, ist und bleibt äußerst angespannt. Ich wünsche allen künftig dafür Verantwortlichen stets den rechten Ton in der rechten Lautstärke am rechten Ort, wenn es darum geht, um Verständnis für unsere besondere Lage zu werben.Zwischen Visionen und Verwaltung steht eine hohe Mauer des wirtschaftlich Sinnvollen und rechtlich Zulässigen. So gehört zu den zentralen Erkenntnissen meiner zurückliegenden Zeit, dass öffentliche Verwaltung und Demokratie zwar anstrengende und langsame Kleinarbeit bedeuten, im Leben einer bald 500 Jahre alten Stadt aber auch ein langer Entscheidungsweg in historischer Betrachtung kaum mehr als eine Fußnote darstellt.Ich wünsche allen Bewohnern, Akteuren und Gästen von Suhl von Herzen alles Gute und der Stadt die Fortsetzung ihrer guten Entwicklung der vergangenen zwölf Jahre.

Ich darf mich bei allen bedanken, die meinen Weg gesäumt und begleitet haben. Mein Dank gilt den Stadträten, die stets das Wohl der Stadt im Blick hatten. Den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Mitwirken, den Mitarbeitern der Verwaltung und unseren Gesellschaften, allen Vereinen und Organisationen, die auf ihre Weise Gutes tun, allen Unternehmern und natürlich den Medien, für die Jahre der sachgerechten Berichterstattung.

Ich danke insbesondere den Dezernenten, Herrn Ritter und Herrn Reigl, und meinem Stellvertreter, Herrn Lamprecht, für die vielen Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
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